Butz

Butz war ein Pudel, und zwar ein stadtbekannter. Das ist lange her. Genaugenommen mehr als 150 Jahre. Er lebte in Frankfurt und war einer der wenigen Hunde, die die Rolle eines Familienmitglieds einnahmen. Für viele Menschen war das damals unerträglich. Butz wohnte mit seinem Besitzer in einer Wohnung, soll feinste Speisen bekommen haben und begleitete seinen Herrn bei dessen täglichen Spaziergängen. Butz war seinem Menschen so wichtig, dass der umzog, nachdem es wegen des Tieres zu einem Streit mit dem Hausverwalter gekommen war. Das Auftreten des ungewöhnlichen Paares beeindruckte viele Frankfurter, von denen sich darauf einige auch einen braunen Pudel zulegten. Wilhelm Busch hat die beiden sogar einmal gezeichnet. Eigentlich hieß Butz aber Atman (Sanskrit), was übersetzt Weltseele bedeutet. Doch so wurde der Hund nur genannt, wenn sein Halter ihn lobte. Auch „Mensch“ war hin und wieder die Anrede für den lockigen Vierbeiner. Nämlich dann, wenn sein Halter ihn ausschimpfte. Ansonsten blieb es bei Butz, das war einfacher und hat die Frankfurter von damals auch weniger irritiert. Butz war aber nicht der einzige Hund im Leben seines Herrn, der schon zu seinen Studentenzeiten einen braunen Pudel an seiner Seite hatte. Starb das Tier, zog der nächste braune Pudel ein, ebenfalls mit Namen Butz, bzw. Atman. Wer dieser fürsorgliche Hundefreund war? Kein geringerer als der wortgewaltige Philosoph Arthur Schopenhauer.

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