Sprichwörter: Von Hunden, Stürmen und Menschen

Es ist so ein Kreuz mit den Sprichwörtern. Hören wir sie zum ersten Mal, glauben wir nicht selten, sie seien auf dem Mist der Person gewachsen, der sie ausgesprochen hat. Dabei sind die klugen Worte häufig einem bekannten Menschen mit großem Weitblick zuzuschreiben. Der ist für gewöhnlich schon ziemlich lange tot.

Manchmal gehen die Überzeugungen, wer es zuerst gesagt hat, ziemlich weit auseinander. Das ist auch bei diesem Zitat der Fall:

„Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst du, o Mensch, sei Sünde? Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde“.

Gesagt haben soll es Franz von Assisi. Gesagt haben soll er es vor allem deshalb, weil es so im Internet steht. Und da wird bekannterweise vor allem eines: Lustig voneinander abgeschrieben.

Ein Blick auf die Urquellen, die eigentlichen mittelalterlichen Texte, liefert aber keinen Hinweis darauf, dass Franz von Assisi im Mittelalter so etwas gesagt hat. Es passt auch nicht so richtig in die Zeit. Hinzu kommt, dass Franziskus, wie er auch genannt wurde, Italiener war und seine Zitate in lateinischer Sprache erhalten sind. Hätte er also wirklich den Hund über den Menschen erhoben, müsste das zu finden sein. Das Ergebnis, den Reim „Winde“ und „Sünde“ müsste dann irgendjemand ziemlich pfiffig übersetzt haben.

So manch einer will aber auch den Philosophen Arthur Shopenhauer als Verfasser ausgemacht haben. Wer weiß, wes Geistes Kind Shopenhauer war, könnte sich das durchaus vorstellen. Arthur Schopenhauer war ein großer Hundefreund und etwas, sagen wir mal, verschroben. Aber er war auch ein großer Denker, nur eben kein Dichter.

Wer hats also gesagt? Wir wissen es auch nicht. Ist aber nicht schlimm, gehen wir halt raus und spielen mit dem Hund.

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