Gamon, Sun Yat San und Lady

Die Namen stehen stellvertretend für die insgesamt vermutlich 12 Hunde, die an Bord der Titanic waren, als sie am 14. April 1912 nach einer Kollision mit einem Eisberg sank. Drei der Hunde haben das Unglück überlebt.

Dass das Schicksal der Hunde an die Öffentlichkeit gelangte, hatte mehrere Gründe. So befanden sich einige sehr wertvolle Tiere an Bord, die auf dem Weg zu einer Welthundeausstellung waren. Darunter auch die französische Bulldogge Gamon de Pycombe. Als es an die Auszahlung der Versicherungssummen an die Überlebenden ging, spielte auch die Entschädigung für die Hunde eine Rolle. Doch die Aufmerksamkeit war nicht allen recht.

Als das Schiff sank hatten sich einige der Hunde in den Kabinen ihrer Besitzer befunden, andere in Zwingern an Deck. Mehrere Zeugen haben später berichtet, dass jemand die Türen geöffnet hat, bevor das Schiff unterging. In den Verfilmungen spielen die Hunde zwar eine Rolle, allerdings wird berichtet, dass die Szenen mit den Hunden im Wasser später wieder herausgeschnitten wurden.

Was damals wirklich mit den Hunden passiert ist, gilt nicht als lückenlos nachgewiesen. So soll ein Neufundländer zahlreiche Schiffbrüchige gerettet haben, bevor Helfer ihn selbst aus dem Wasser in eines der Rettungsboote ziehen können.

Auch der heldenhafte Einsatz der Passagierin Ann Isham gehört zu diesen Geschichten. Sie soll sich geweigert haben, die Titanic ohne ihre Dänische Dogge zu verlassen. Später hieß es, die Besatzung eines anderen Schiffes habe ihren leblosen Körper in einer Rettungsweste im Wasser treiben sehen, ihre Arme hatte sie um einen großen Hund geschlungen. Ann Isham konnte nicht geborgen werden. Dass Isham auf der Titanic war, gilt als unstrittig. Über den Hund gibt es keine Nachweise. Einige Quellen berichten, es habe sich nicht um eine Dogge, sondern um eben den heldenhaften Neufundländer gehandelt.

Ladys Geschichte hingegen ist bewiesen. Der Zwergspitz gehörte zu den Hunden, die es in eines der Rettungsboote schaffte. Erst neun Jahre später starb der kleine Hund und wurde auf einem Tierfriedhof in New York beigesetzt.

Ein weiterer Zwergspitz überlebte das Unglück ebenfalls. Es war der Hund von Elisabeth Jane Anne Rothschild, der Ehefrau von Martin Rothschild, der das Unglück nicht überlebte. Deshalb wollte die Familie auch nichts von der Rettung des Hundes auch in der Zeitung lesen. Es erschien unpassend, angesichts der Tragödie. Dabei könnte die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass es Mrs. Rothschild gelungen war, ihren kleinen Hund in das Rettungsboot zu schmuggeln. Erst als die Schiffbrüchigen von einem anderen Schiff aufgenommen werden sollten, wurde der Hund entdeckt. Die Besatzung der „Carpathia“ verlangte von Rothschild, das Hündchen im Rettungsboot zu belassen. Darauf weigerte sich die 54jährige, aus dem Rettungsboot zu klettern. Die Besatzung gab nach, der Hund durfte mit an Bord. Wie es mit dem Spitz weiterging, war nicht weniger abenteuerlich. Einige Verwandte erklärte später, der kleine Spitz sei von einem anderen Hund getötet worden. Es gibt aber auch Aussagen über den Tod des Hundes am Hafen direkt nach der Ankunft. Hier sei der Hund in dem Durcheinander unter eine Kutsche geraten. Wer Elisabeth Jane Anne Rothschild aber unterstellt, ihr Hund sei wichtiger gewesen als ihr Mann, liegt falsch. Die als äußerst hilfsbereit und sympathisch beschriebene sehr wohlhabende Dame ihr restliches Leben über den Verlust getrauert.

Mit heiler Haut davongekommen war auch der Pekingnese Sun Yat Sen. Er schaffte es zusammen mit seinen Besitzern in ein Rettungsboot. Ironie des Schicksals: Der Besitzer des Hundes hatte wenige Jahre zuvor schon einmal die Kollision eines Schiffes mit einem Eisberg überlebt.

Wenn du mal nach Belfast kommst, kannst du einen Blick in die Titanic werfen. Oder besser, in ihren detailgetreuen Nachbau. In Belfast steht nämlich das Titanic-Museum. Warum Belfast? Hier lief das damals weltweit größte Schiff 2012 vom Stapel.

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